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+++ Februar 2014: Aktuelle Messungen ergeben weiterhin leicht rückläufigen Verkehr in Bermatingen +++ Durchschnittlicher täglicher Verkehr derzeit bei 10.500 Fahrzeugen pro Tag +++ Nur ungefähr die Hälfte des von Modus Consult prognostizierten und auf 2014 interpolierten Verkehrs +++ Ortsumfahrung wegen seit 2005 rückläufigem offiziell gemessenem Verkehrsaufkommen von Jahr zu Jahr immer unsinniger +++ Finanzierung offener denn je +++ Frühestens 2015 neue Planauslegung +++

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Einwendungen für Ortsumfahrungs-Gegner PDF Drucken E-Mail
Einwendungen

Abs.     Name                                                                                                  Datum :

            Strasse

            88697 Bermatingen

 

 

 

                                                                                                                                

 

An das                                                                                                                                
Regierungspräsidium Tübingen
Konrad-Adenauer-Straße 20

72072 Tübingen

 

 

Betreff:  Einwendungen im Planfeststellungsverfahren L205 OU Bermatingen

 

Sehr geehrte Damen und Herren!

 


1. Begründung der Betroffenheit
Von der Planung bin ich betroffen als  (Bitte wählen Sie einen der angegebenen Punkte oder ergänzen Sie ihre spezielle Betroffenheit!)
     - Bewohner von Bermatingen-Ahausen
     - Bewohner eines Nachbarortes, der durch die Planung Mehrverkehr/Verlärmung/Luftverschmutzung fürchtet
     - Bewohner eines Nachbarortes, der selbst oder dessen Kinder Bermatingen-Ahausen auf dem Schulweg/Arbeitsweg durchqueren
     - Urlauber oder Erholungssuchender in Bermatingen-Ahausen
     - deutscher Steuerzahler, der diese Straße mitfinanziert
 

2. Einwendungsgründe
Die geplante Ortsumfahrung Bermatingen befürworte ich prinzipiell.
In wesentlichen Punkten sehe ich jedoch Optimierungsbedarf und fordere deshalb eine Überarbeitung der Planung.

* Attraktivität der Ortsumfahrungen für den überregionalen Transitverkehr 

 

Durch die Kette der geplanten Ortsumfahrungen Friedrichshafen-West, Kluftern, Markdorf-Süd, Bermatingen, Neufrach-Süd und -Nord entsteht eine für den überregionalen Verkehr attraktive „Hinterland-Trasse aus verknüpften Ortsumfahrungen“. Damit entsteht auch eine (Transit-) Entlastungsstrecke zur B31, die viel neuen Verkehr in unser Tal lenkt. Die Planung ist dahingehend zu überarbeiten, daß die Attraktivität der Ortsumfahrungen für den überregionalen Transitverkehr gesenkt wird, z.B. durch Verzicht auf hochleistungsfähige Kreuzungsbauwerke wie den "Haslacher Knoten" zwischen B33 und Ortsumfahrung, sowie durch eine Reduzierung des Fahrbahnquerschnittes auf ein Maß, das für eine kleine regionale Ortsumfahrung angemessen ist
.  
* Verkehrsbelastungen für die Gemeinde Bermatingen-Ahausen im Zeitablauf bis 2025, abhängig von Strassenzusammensetzung    
                                                                                              

Zitat aus den Unterlagen zur Bürgerinformation zur OU 2003 : „...Die L 205 neu ist Teil des Netzkonzepts Planungsfall 7......... Sie kann allerdings erst gebaut werden, wenn sichergestellt ist, dass der Verkehr von der Südumfahrung Markdorf (früher L 205 neu, jetzt K 7743 neu) abgenommen werden wird“.

Da ist ja nun noch vieles nicht sichergestellt. Die Ortsumfahrung Bermatingen wird in den Planfeststellungsunterlagen nicht im funktionellen und zeitlich gegliederten Zusammenhang mit den Ortsumfahrungen zwischen Friedrichshafen-West und Neufrach und der B31neu 7.5 dargestellt. Wie ändern sich die Verkehrsbelastungen für die Gemeinde Bermatingen-Ahausen im Laufe der Zeit bis 2025  unter verschiedenen Annahmen:

o Alle o. a. OU’s kommen gleichzeitig, B31neu, 7.5 existiert nicht
o Alle o. a. OU’s kommen gleichzeitig, B31neu, 7.5 ist realisiert
o Keine der o.a. OU’ kommen, nur OU Bermatingen,  B31neu, 7.5 existiert nicht
o Neufrach kommt nicht, OU Bermatingen und Markdorf werden gebaut, keine OU-Kluftern, keine B31 neu FN-West
o Wie wirken sich künftige drastische Kraftstoffpreiserhöhungen (z.B. Faktor 5 bis 2025) auf die Verkehrsbelastungen aus
Zur Beurteilung, wann die Investition in eine OU kostenwirksam ist und auch eine Überprüfung beim Landesrechnungshof überstehen kann, sind solche Untersuchungen unerlässlich.


* Zerschnittenes Naherholungsgebiet

Mein Naherholungsgebiet wird zerschnitten, verlärmt und damit stark entwertet.  Wo befinden sich Alternativen und wie komme ich da ohne Auto hin? Weshalb liegt die Trasse vorwiegend in lärmfördernder Dammlage?



* Flächenverbrauch, Flächenversiegelung     
                                                   

Die dauerhafte Versiegelung von mehr als 60.000 m² Boden durch die Ortsumfahrung und die Entwertung weiterer 80.000m² durch Straßennebenflächen passt nicht zur Auflage der Landesregierung, Bodenversiegelungen und Flächenverbrauch zu minimieren. Daher fordere ich, daß die Ortsumfahrung deutlich flächensparender geplant wird, z.B. durch Reduzierung der sehr langen und hohen Dammlagen.
 

* Querungen für Landwirtschaft                                                                         
Für die Landwirtschaft gibt es zu wenig Querungen und Abfahrten im Bereich Annenberg plus/minus 1000 m.


* Keine umweltverträgliche Trassenführung                                                   

Bitte erklären Sie, weshalb die aus Gründen der UVP’s verworfene und in unserem Bereich weitgehend ähnliche Trassenführung der A98 und der P7 2a  jetzt wieder vorgeschlagenen wird und keine umweltfreundlichere? Die Südumfahrung Markdorf wird nahezu zu 100% in einer Einschnittslage geführt, was nachvollziehbar mit Lärmschutz und der geringeren Verbreitung der Schadstoffe auf benachbarte Flächen begründet wird. Warum wird die benachbarte OU Bermatingen dann aber überwiegend in Dammlage geführt? 



* Lärmberechnung für Inversionswetterlagen
                                                    

Die Lärmberechnung für den speziellen, aber häufigen Fall „Inversionswetterlage bei Bermatinger Topographie" fehlt und muß erstellt und in die Trassenplanung einbezogen werden.



* Überschreitung von Lärmgrenzwerten, innerorts

In den Planfeststellungsunterlagen Kapitel 1.2 „Allgemeinverständliche Zusammenfassung“, darin Kapitel 3.1.3 „Lärm“ findet man auf S. 50 zur „Innerortssituation“ nach Fertigstellung der Ortsumfahrung: „Die Vorsorgewerte gemäß §16 BIMSchV werden entlang der Ortsdurchfahrt noch immer überschritten (was insbesondere aus den Mehrfachreflexionen aus der beidseitig heranrückenden Bebauung resultiert“.   Welche Maßnahmen werden von wem veranlasst und bezahlt, um die Grenzwerte nicht mehr zu überschreiten?


* Lärmminderung durch streckenweise Geschwindigkeitsbegrenzung    
Die im Lee der Hauptwindrichtung liegenden Wohnungen des westlichen Ortsteiles von Bermatingen werden besonders vom Lärm und Smog betroffen und erfahren eine Wertminderung. Bei winterlichen Inversions-Lagen, die meist  mit leichten Ostwinden verbunden sind, wird auch Ahausen von Lärm und Smog betroffen sein. Darauf geht der Erläuterungsbericht nicht ein. Ich rege daher an, zur Lärm- und Smogreduktion zwischen den Kreisverkehren (Bauwerke 1 und 5), die Geschwindigkeit auf 50 Km/h zu begrenzen und die  Trassenauslegung entsprechend anzupassen.


 
* Schutzmaßnahmen für Trinkwasserquelle                                                    
 Die Trasse verläuft zu dicht an der Quelle der Trinkwasserversorgung und durchquert ein Wasserschutzgebiet. Eine Kontamination des Bodens bei Verkehrsunfällen, besonders mit LKW, ist daher zu erwarten. Die Trasse muß verlegt, oder andere Schutzmaßnahmen getroffen werden.

 

* Andere Trassenführung wegen Altlastgebieten

Es erfolgen Baumaßnahmen über hoch stehendem Grundwasser, zu dessen Fließrichtung aus der Vergangenheit widersprüchliche Gutachten in der Gemeindeverwaltung vorliegen. Zur Erinnerung sei darauf hingewiesen, das westlich von Bermatingen für viele Jahre die Kreismülldeponie betrieben wurde und dass sich deren Ab- und Sickerwässer nach wie vor z.T. in das Grundwasser absenken. Zusätzlich wurden viele aufgelassene Lehmgruben im Nahbereich der Ziegelei viele Jahre als wilde Müllgruben genutzt. Ältere Bewohner der "Siedlung" und der Ziegeleistraße erinnern sich, daß dort in den 70er Jahren auswärtige Gewerbetreibende diverse Chemikalienfässer und Müll entsorgten. Jede Bautätigkeit über diesen nicht dokumentierten Altlasten in einer grundwasserhaltigen Region kann bei Erdarbeiten unkontrollierbare Auswirkungen zur Folge haben. Ich bestehe daher auf einem detailiertem Gutachten mit zahlreichen Bodenproben, das konkret auf die geschilderten Umstände eingeht oder auf einer deutliche Verlegung der Trasse aus diesem heiklen Bereich.


* Verkehrsdämpfungsmaßnahmen für Ahausen

Mit einer Bermatinger Ortsumfahrung und deren Anbindungsknoten auf der innerörtlichen Gemeindeverbindung K 7749 ergibt sich eine Verkehrsbeziehung Mühlhofen-Markdorf über die K 7782, eine PKW-Pendlerroute aus dem Salemer Raum, Schwerverkehr aus dem Neufracher Gewerbegebiet und von der Ahauser Firma Wiedemann auf diesen Knoten. Dadurch erhält die Gehrenbergstraße in Ahausen einen deutlich erhöhten Verkehr mit hohem LKW-Anteil. Im Erläuterungsbericht werden keine Maßnahmen angesprochen, die diese Verschlechterungen der innerörtlichen Situation in Ahausen kompensieren könnten.
 

* Rückbau im Ortskern                                                                                      
Das historische Ortszentrum von Bermatingen steht mit seinen Fachwerkhäusern als Gesamtensemble unter Denkmalschutz. Die hochbelastete L 205 führt mitten durch diesen mittelalterlich geprägten Ortskern (Zitat aus Bürgerinfo). Ein Rückbau im Ortskern sollte erfolgen, um den Vorteil einer OU für eine Umgestaltung nutzen zu können. Die bisherige Nutzung als Schwerguttrasse ist auf die OU zu verlagern.



* Verlegung der Schwerguttrasse                                                                       
Zur Verlegung der Schwerguttrasse gehört auch, dass der „Haslacher Knoten“ auf den entscheidenden Fahrspuren keine Brücken enthält, dass vor dem Kreuzungsbauwerk mit der Gemeindeverbindungsstraße K 7749 ( Bermatingen-Ahausen ) keine Fußgängerbrücke kreuzt und dass die Bahnüberführung auf der K 7760 vor Mimmenhausen nutzbar bleibt und ggf. verstärkt wird. In Stefansfeld trifft die verlegte Route wieder auf die L205 nach Owingen bzw. Herdwangen.



* Rampe über OU ungeeignet                                                                           
Eine Fußgänger- und Radfahrer-Rampe über die Ortsumfahrung im Bereich des Anschluss-Kreisverkehrsplatzes zwischen Bermatingen und Ahausen ist mit ca. 6% Steigung für Kinder, Alte und Behinderte zu steil. Ich habe Sorge um den sicheren Schulweg der Ahauser Kinder.
  

 

* Smog- und Feinstaubbelastungen bei Inversionswetterlagen

Die verkehrsbedingten zusätzlichen Smog- und Feinstaub-Belastungen des Tales sind bei den häufigen Inversionswetterlagen quantitativ nicht berücksichtigt worden und sind nachzuliefern.

 

* Unterhaltungskosten werden nicht benannt

Leider sind in den Planungsunterlagen keine Kosten für den Unterhalt der Ortsumfahrung, speziell der 11 zusätzlichen Bauwerke der L205neu,  genannt.  Diese Belastungen müssen aber, auch im Hinblick auf die künftige Generation, erkennbar sein! Auch das ist eine wichtige Entscheidungsgrundlage!

 

* ÖPNV wird geschädigt und als Alternative gar nicht erst untersucht

Eine Bermatinger Ortsumfahrung im Verbund mit den weiteren, geplanten Ortsumfahrungen schädigt das Passagieraufkommem für den ÖPNV, weil für Pendler die PKW-Nutzung attraktiver wird. Eine genaue Analyse zu dieser Verkehrverlagerung fehlt in den Planfeststellungsunterlagen.

Prinzipiell stellt sich bei der Ortsumfahrung Bermatingens, die auf ihrer gesamten Länge unmittelbar neben einer mit bis zu 160 km/h befahrenen Bahnlinie verläuft, die Frage, ob mit der Investition des Geldes in den ÖPNV nicht mehr Verkehrsprobleme gelöst und Umweltprobleme vermieden werden.

Wäre es nicht viel wirtschaftlicher und globalen Zielstellungen wie der CO2-Minderung dienlicher, die vorhandene Bahnstrecke durch Elektrifizierung oder zweigleisigen Ausbau zu ertüchtigen, zumal viele Bauwerke und der Bahndamm selbst ohnehin schon für ein zweites Gleis vorbereitet sind? 

Lt. Landtag von Baden-Würtemberg, Drucksache 14/921 v. 12.02.2007 liegen die Baukosten der Südumfahrung Markdorf bei mindestens 11 Mio. Euro, die der Umfahrung Bermatingen bei 8,3 Mio. Euro. Dem stehen Elektrifizierungskosten eingleisiger Strecken von 0,6 Mio €/km gegenüber. Mit den Aufwendungen für die beiden in Summe ca. 8 km langen Ortsumfahrungen ließen sich folglich ca. 25 km Eisenbahnstrecke elektrifizieren.

Die Bahnhofsbereiche von Orten wie Salem, Bermatingen, Markdorf zeichnen sich durch große, zum Parken von jeweils mehreren 100 PKW geeignete Brachflächen aus. Der Aufbau eines Park & Ride-Systems wäre folglich ohne wesentliche weitere Investitionen möglich.

Das Fehlen diese Abwägungen in den Planfeststellungsunterlagen ist ein schwerwiegender Mangel, der nachgebessert werden muß. 




 
Aus o.a. Gründen lehne ich die aktuelle Planung der OU ab.  Ich verlange eine grundlegende Überarbeitung der Planung.
 
Mit freundlichen Grüßen
 
 Datum, Unterschrift

 

 


 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 01. August 2009 um 17:46 Uhr