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Pressespiegel

(Südkurier vom 27.2.2015)


Bürgerinitiative Bermatingen-Ahausen bleibt weiter aktiv

Der Vorstand der „Bürgerinitiative Bermatingen-Ahausen für ein umweltverträgliches Verkehrskonzept“
kündigt einen Gegenentwurf zur Petition der Gemeinde gegen die Einstellung des Planfeststellungsverfahrens an

Stellten die Pläne der Bürgerinitiative Bermatingen-Ahausen vor (von links): Bob Jürgensmeyer, Bernd Ummenhofer,
Uwe Gasch, Karsten Küpfer, Gerd Müller und Edmund Mahler. Bild: Holger Braumann


Wer dachte, die Bürgerinitiative Bermatingen-Ahausen würde nach dem Aus der Ortsumfahrung die Füße hochlegen,
der sieht sich getäuscht. Stattdessen stellten vier Referenten auf der Hauptversammlung am Mittwochabend die um-
fangreichen Pläne für die kommenden Monate vor. Karsten Küpfer kündigte anlässlich der laufenden Petition gegen
die Einstellung des Planfeststellungsverfahrens einen Gegenentwurf (an alle Mitglieder des Petitionsauschusses) an.
„In der Hoffnung, dass das der eine oder andere liest“, so Küpfer.

In einer Fragestunde des Gemeinderats möchte man zudem den Erwerb von Flächen durch die Gemeinde im Bereich
der gestoppten Trasse auf den Tisch bringen. „Ärgerlich, dass man Geld ausgibt, wo es woanders nützlicher gewesen
wäre. Da liegt ein sechsstelliger Betrag im Acker“, beklagten die Mitglieder angesichts der möglicherweise nun unver-
käuflichen Flächen.

In den Mittelpunkt rücken soll nun der Lärmaktionsplan. Eine Reduzierung von 11 bis 12 dB sei möglich und damit eine
Halbierung des Lärmpegels. „Das bringt den Leuten wirklich was“, so Karsten Küpfer. Offen, aber kritisch wolle man
diesen Prozess begleiten, so Edmund Mahler. „Wie schlampig muss die Planung zur Ortsumfahrung gewesen sein, wenn
selbst wir Amateure sie zu Fall bringen“, hieß es unisono aus den Reihen der Widerständler. Nun wolle man in Erfahrung
bringen, welche Punkte ausschlagend für den Planungsstopp waren, ob auch das Wasserschutzgebiet im Bereich der
Trasse und die hohe Entnahme von Grundwasser eine Rolle gespielt haben. „Wichtig ist, dass das Projekt endgültig aus
dem Impulsprogramm fällt und tief unten im Priorisierungssack landet“, meinte Bob Jürgensmeyer in Anspielung auf die
Liste des Stuttgarter Verkehrsministeriums.

Stark machen wolle man sich für Verbesserungen bei der Bodenseegürtelbahn, wobei Uwe Gasch wenig Vertrauen in
den bisherigen Betreiber zeigte. So bescheinigte er den Zügen einen schlechten Zustand, bemängelte die zu wenigen
Plätze und die Unzuverlässigkeit. „Der Bodo bringt es auf eine Pünktlichkeitsquote von 80 Prozent“, so der Referent.
„In Konstanz, wo die SBB federführend ist, liegt sie bei 99 Prozent.“ So möchte sich die Bürgerinitiative bei der nächsten
Ausschreibung des Betriebs der Bodenseegürtelbahn für einen Wechsel des Betreibers einsetzen. Angesichts des
„üblen Zustands“ regte Gasch zudem eine öffentliche Putzaktion am Bahnhof in Bermatingen an.

Etliche Szenarien möglicher neuer Verkehrsströme im Kreis stellte Bob Jürgensmeyer dar. Neben den Auswirkungen auf
den Verkehr in Ahausen aufgrund des wachsenden Gewerbegebiets Neufrach könnte davon auch das benachbarte
Ittendorf betroffen sein. Dies wäre der Fall, wenn sich das Land auf die Variante der B31-Trassenführung verständige,
die knapp südlich des Markdorfer Teilortes verliefe. Als „Horrorvision“ bezeichnete er eine mögliche Ableitung des
Schwerlastverkehrs zur Entlastung Hagnaus von der B31 über die B33, die Südumfahrung Markdorf und über eine neue
Straße entlang der Bahntrasse vorbei an Kluftern zurück zur Bundesstraße.

Finanziell steht der Verein auf festen Füßen, wie Kassenwart Bernd Ummenhofer bestätigte. Die Entlastung von Vor-
stand und Kassenwart erfolgte einstimmig.