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+++ Februar 2014: Aktuelle Messungen ergeben weiterhin leicht rückläufigen Verkehr in Bermatingen +++ Durchschnittlicher täglicher Verkehr derzeit bei 10.500 Fahrzeugen pro Tag +++ Nur ungefähr die Hälfte des von Modus Consult prognostizierten und auf 2014 interpolierten Verkehrs +++ Ortsumfahrung wegen seit 2005 rückläufigem offiziell gemessenem Verkehrsaufkommen von Jahr zu Jahr immer unsinniger +++ Finanzierung offener denn je +++ Frühestens 2015 neue Planauslegung +++

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Pressespiegel

(Südkurier vom 27.2.2015)


Bürgerinitiative Bermatingen-Ahausen bleibt weiter aktiv

Der Vorstand der „Bürgerinitiative Bermatingen-Ahausen für ein umweltverträgliches Verkehrskonzept“
kündigt einen Gegenentwurf zur Petition der Gemeinde gegen die Einstellung des Planfeststellungsverfahrens an

Stellten die Pläne der Bürgerinitiative Bermatingen-Ahausen vor (von links): Bob Jürgensmeyer, Bernd Ummenhofer,
Uwe Gasch, Karsten Küpfer, Gerd Müller und Edmund Mahler. Bild: Holger Braumann


Wer dachte, die Bürgerinitiative Bermatingen-Ahausen würde nach dem Aus der Ortsumfahrung die Füße hochlegen,
der sieht sich getäuscht. Stattdessen stellten vier Referenten auf der Hauptversammlung am Mittwochabend die um-
fangreichen Pläne für die kommenden Monate vor. Karsten Küpfer kündigte anlässlich der laufenden Petition gegen
die Einstellung des Planfeststellungsverfahrens einen Gegenentwurf (an alle Mitglieder des Petitionsauschusses) an.
„In der Hoffnung, dass das der eine oder andere liest“, so Küpfer.

In einer Fragestunde des Gemeinderats möchte man zudem den Erwerb von Flächen durch die Gemeinde im Bereich
der gestoppten Trasse auf den Tisch bringen. „Ärgerlich, dass man Geld ausgibt, wo es woanders nützlicher gewesen
wäre. Da liegt ein sechsstelliger Betrag im Acker“, beklagten die Mitglieder angesichts der möglicherweise nun unver-
käuflichen Flächen.

In den Mittelpunkt rücken soll nun der Lärmaktionsplan. Eine Reduzierung von 11 bis 12 dB sei möglich und damit eine
Halbierung des Lärmpegels. „Das bringt den Leuten wirklich was“, so Karsten Küpfer. Offen, aber kritisch wolle man
diesen Prozess begleiten, so Edmund Mahler. „Wie schlampig muss die Planung zur Ortsumfahrung gewesen sein, wenn
selbst wir Amateure sie zu Fall bringen“, hieß es unisono aus den Reihen der Widerständler. Nun wolle man in Erfahrung
bringen, welche Punkte ausschlagend für den Planungsstopp waren, ob auch das Wasserschutzgebiet im Bereich der
Trasse und die hohe Entnahme von Grundwasser eine Rolle gespielt haben. „Wichtig ist, dass das Projekt endgültig aus
dem Impulsprogramm fällt und tief unten im Priorisierungssack landet“, meinte Bob Jürgensmeyer in Anspielung auf die
Liste des Stuttgarter Verkehrsministeriums.

Stark machen wolle man sich für Verbesserungen bei der Bodenseegürtelbahn, wobei Uwe Gasch wenig Vertrauen in
den bisherigen Betreiber zeigte. So bescheinigte er den Zügen einen schlechten Zustand, bemängelte die zu wenigen
Plätze und die Unzuverlässigkeit. „Der Bodo bringt es auf eine Pünktlichkeitsquote von 80 Prozent“, so der Referent.
„In Konstanz, wo die SBB federführend ist, liegt sie bei 99 Prozent.“ So möchte sich die Bürgerinitiative bei der nächsten
Ausschreibung des Betriebs der Bodenseegürtelbahn für einen Wechsel des Betreibers einsetzen. Angesichts des
„üblen Zustands“ regte Gasch zudem eine öffentliche Putzaktion am Bahnhof in Bermatingen an.

Etliche Szenarien möglicher neuer Verkehrsströme im Kreis stellte Bob Jürgensmeyer dar. Neben den Auswirkungen auf
den Verkehr in Ahausen aufgrund des wachsenden Gewerbegebiets Neufrach könnte davon auch das benachbarte
Ittendorf betroffen sein. Dies wäre der Fall, wenn sich das Land auf die Variante der B31-Trassenführung verständige,
die knapp südlich des Markdorfer Teilortes verliefe. Als „Horrorvision“ bezeichnete er eine mögliche Ableitung des
Schwerlastverkehrs zur Entlastung Hagnaus von der B31 über die B33, die Südumfahrung Markdorf und über eine neue
Straße entlang der Bahntrasse vorbei an Kluftern zurück zur Bundesstraße.

Finanziell steht der Verein auf festen Füßen, wie Kassenwart Bernd Ummenhofer bestätigte. Die Entlastung von Vor-
stand und Kassenwart erfolgte einstimmig.

 

 
SK OU Pro/Kontra PDF Drucken E-Mail
Pressespiegel

Südkurier vom 07.Februar 2015:

 
Bürgerinitiative stellt Gretchenfrage PDF Drucken E-Mail
Pressespiegel

Bürgerinitiative stellt die Gretchenfrage: Neue Straßen für weniger Verkehr?

Markdorf -  Aktuelle Verkehrszählungen der Bürgerinitiative Bermatingen-Ahausen zeigen ein stagnierendes Verkehrsaufkommen, aber auch erhöhten Schwerverkehr. Braucht Bermatingen überhaupt eine Ortsumfahrung?


JHV 2013

Setzen sich mit der Bürgerinitiative Bermatingen-Ahausen für eine umweltverträgliche Verkehrsentwicklung ein. Der wiedergewählte Vorstand (von links) Erhard Karrer, Kassenwart Bernd Umenhoffer, Uwe Gasch und Karsten Küpfer.  Bild: Gebhardt

Stimmen die Hochrechnungen aus vergangenen Jahren zum angenommenen Verkehrsaufkommen noch, auf deren Basis diverse Ortsumfahrungen, auch die von Bermatingen, geplant worden sind? Augenscheinlich wohl eher nicht, sagen die Verantwortlichen am Mittwochabend: Zu diesem Schluss kam die Bürgerinitiative Bermatingen-Ahausen für ein umweltverträgliches Verkehrskonzept in ihrer Hauptversammlung.

Die vor Jahren in Bermatingen vorgenommenen Zählungen und Annahmen des Büros Modus Consult, das aktuell auch in Markdorf mit ähnlichen Erhebungen beauftragt wurde, schienen sich nicht im tatsächlichen Verkehrsaufkommen widerzuspiegeln, hieß es. Der Trend gehe, basierend auf eigenen Messungen, eher hin zu rückläufigem bis stagnierendem Verkehrsaufkommen. So seien beispielsweise in der vergangenen Woche erneut an mehreren Tagen Zählungen am Ortsausgang Bermatingen zwischen dem Anwesen der Familie Dilger und dem Ortsausgang ausgeführt worden, die ein tägliches Verkehrsaufkommen von lediglich 10 500 Fahrzeugen erbracht hätten.

„Auch wenn wir zu dieser Jahreszeit mit diesen Zahlen etwa acht bis zehn Prozent unter dem Jahresschnitt liegen, haben wir doch deutlich weniger Verkehr als die angenommenen 17 500 Fahrzeuge“, erklärte Bob Jürgensmeyer, der die Zählungen ausgeführt hatte. Und Vorstandsmitglied Karsten Küpfer ergänzte: „Da die Verkehrszahlen als Grundlage für den Bau neuer Straßen wesentlich sind, stellt sich die Frage, ob es für Bermatingen überhaupt eine Ortsumfahrung geben muss. Für einen Bereich eine neue Straße zu bauen, in dem der Verkehr laufend abnimmt, ist schlicht absurd.“ Allerdings sei durch die Zählungen des Vereins auch deutlich geworden, dass der Anteil des Schwerverkehrs und die Zahl der nächtlichen Geschwindigkeitsübertretungen zugenommen hätten. Das könne die Gemeinde zum Anlass nehmen, selbst über Geschwindigkeitskontrollen und Tempominderungen nachzudenken. Ein entsprechender Vorschlag sei der Gemeinde unterbreitet worden.

Auch wenn es voraussichtlich 2014 keine wesentlichen Fortschritte im Planfeststellungsverfahren für die Ortsumfahrung Bermatingen geben werde, will der Verein doch im Falle einer neuerlichen Offenlage wie schon im Vorfeld durch kritische Begutachtung dazu beitragen, in seinen Augen landschaftszerstörende Planungsänderungen so gut es geht zu verhindern.

„Wir sehen auch einen direkten Zusammenhang zwischen dem Bau der Südumfahrung Markdorf und der Entstehung einer Hinterlandtrasse mir der Ortsumfahrung Bermatingen“, sagte Jürgensmeyer. Mit aus diesem Grund würde die Bürgerinitiative auch die Initiative Pro Kluftern unterstützen. Bereits an die 1000 Euro hätten Mitglieder aus ihrer Privatschatulle an die Klägerunterstützungsgemeinschaft KUG gespendet, um einem klagewilligen Landwirt finanziellen Rückhalt zu geben. Neben diesen Aktivitäten begleite der Verein auch die Aktivitäten zum Lärmaktionsplan und zur Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs.

(Südkurier vom 21.02.2014)

 
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