News Ticker

+++ Februar 2014: Aktuelle Messungen ergeben weiterhin leicht rückläufigen Verkehr in Bermatingen +++ Durchschnittlicher täglicher Verkehr derzeit bei 10.500 Fahrzeugen pro Tag +++ Nur ungefähr die Hälfte des von Modus Consult prognostizierten und auf 2014 interpolierten Verkehrs +++ Ortsumfahrung wegen seit 2005 rückläufigem offiziell gemessenem Verkehrsaufkommen von Jahr zu Jahr immer unsinniger +++ Finanzierung offener denn je +++ Frühestens 2015 neue Planauslegung +++

Wer ist online ?

Wir haben 43 Gäste online

Archiv

JW Media Player

You must have Flash Player installed in order to see this player.

Designed by:
SiteGround web hosting Joomla Templates
Umweltverträglichkeitsprüfung PDF Drucken E-Mail
Ortsumfahrung Bermatingen

Zur Umweltverträglichkeitsprüfung der Ortsumfahrung Bermatingen


Das Planfeststellungsverfahren für die Ortsumfahrung Bermatingen schließt eine bereits in Arbeit befindliche Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) mit ein. Pikant ist, daß es zu der Trasse schon zwei mehr oder weniger vernichtende UVP-Aussagen gibt, nämlich zur Prüfung der Autobahn A98 ("Bodenseeautobahn") und zur B31 neu (Planungsfall  2a). Beide Projekte wurden daraufhin nicht mehr weiter verfolgt. Es scheint beinahe undenkbar daß heute, mit wesentlich härterer und umfangreicherer Umweltgesetzgebung nochmal ein Anlauf genommen wird auf Teilen derselben Trasse eine neue Straße zu bauen.

Auszug aus der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für die A98 Singen-Lindau ("Bodenseeautobahn") vom 28.09.1984

"Der Bewertung lag die linienbestimmte Trasse der A 98 mit den Alternativen eines Teil- (zweispurig) und eines Vollausbaus (vierspurig) zugrunde.
Gegen den Verlauf der Trasse in den Abschnitten A (Stockach-Höllwangen) und C (Salem-MarkdorF) bestehen sehr starke Bedenken, im Abschnitt D (Markdorf-Friedrichshafen) äußerst starke Bedenken. Die zu erwartenden Beeinträchtigungen in den Abschnitten B (Höllwangen-Salem), E und F (Friedrichshafen-Esseratsweiler Kreuz) sind so stark, daß der Trassenverlauf als nicht vertretbar abgelehnt wird."

"Die mit dem Bau verbundenen Eingriffe in Natur und Landschaft, insbesondere im Raum Salem/Tüfinger Wald, Tettnanger Wald und im Argental, sind nicht ausgleichbar. Im gesamten Verlauf der Trasse wird die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts stark gemindert; Vorrangsbereich für Natur- und Landschaftsschutz sowie die ökologischen Ausgleichsfunktionen der regionalen Grünzüge werden in erheblichem Maße beeinträchtigt."

"Eine Minimierung der Eingriffsfolgen auf Natur und Landschaft durch eine andere Trassenwahl im untersuchten Bereich ist aufgrund der naturräumlichen Verhältnisse kaum möglich. Problemfelder können allenfalls verlagert, in keinem Fall aber vermieden werden."

"Aus ökologischer Sicht sind die negativen Folgewirkungen einer zweispurigen Straße auf Natur und Landschaft im Vergleich zu einem vierspurigen Ausbau nur unerheblich geringer. Bei einer Realisierung der A 98 ist vielmehr, insbesondere unter Berücksichtigung der Siedlungsstrukturen, des vorhandenen und geplanten Straßennetzes und der unterschiedlichsten Nutzungsansprüche die starke Zerschneidung der hochwertigen Landschaftsanlagen des nördlichen Bodenseeufers in ökologisch weniger und zum Teil kaum mehr wirksame Restflächen entscheidend."

"Das vorhandene Straßennetz ist bereits ohne die geplanten Ergänzungen von Landes- und Kreisstraßen sehr dicht. Die geplante A 98 verläuft nahezu parallel, oft nur in geringem Abstand zur B 31. Von daher ist verstärkt die Frage nachzugehen, ob das erwartete Verkehrsaufkommen durch den Ausbau von vorhandenen Straßen, insbesondere durch den Aus- und Neubau der B 31, bewältigt werden kann. Zugunsten größerer, in sich geschlossener Freiräume ist in diesem Zusammenhang auch die Bündelung und der Verzicht auf vorhandene Straßen zu prüfen".

"Eine derart negative Bewertung auch einer zweispurigen Straße auf der linienbestimmten Trasse der A 98 macht den Verzicht auf dieses Projekt und die Rücknahme des diesbezüglichen Kabinettsbeschlusses zwingend erforderlich."

"Um aber dennoch möglichst rasch zu einer Verbesserung der Verkehrsverhältnisse am Bodensee zu kommen, müssen sämtliche Ortsumfahrungen im Zuge der B31 so rasch wie möglich geplant, finanziert und fertiggestellt werden. Es ist unverzichtbar, die genannten Streckenabschnitte im Bundesverkehrswegeplan 1985 als vordringlichen Bedarf auszuweisen. Soweit irgend möglich, sollten sie im Rahmen des von 1986 bis 1990 laufenden Fünfjahresplan in Angriff genommen bzw. fertiggestellt werden."




Wir erwarten, daß die Neudokumentation eine reduzierte Fauna-/Flora-/Arten-Vielfalt belegen wird, wie auch beim anderen Planfeststellungsverfahren der L204, Ortsumfahrung Neufrach-Süd. Die Verdrängung von immer mehr Arten aus unserer Region liegt daran, daß die Landschaft in den letzten Jahren immer weiter ausgeräumt wurde.

An den Inversions-Wetterlagen und der daraus resultierenden Anreicherung von Luftschadstoffen in der Salem-Markdorfer-Senke kann allerdings niemand drehen, und an den Lärmemissionen auch nicht. Bei letzteren werden wohl alle Grenzwerte eingehalten werden - bloß sind die generell und insbesondere für eine Erholungslandschaft vom Bund aus Kostengründen zu hoch angesetzt. Lärmschutzwände verhindern nicht die "Verlärmung des ganzen Tales" (Zitat UVP zur Trasse 2a)  bei entsprechenden Wetterlagen. Mariabrunn läßt hier grüßen, dort wurde ohne Erfolg für die weiter weg Wohnenden nachgebessert. Nur im Nahbereich haben die Lärmschutzwände etwas gebracht.