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+++ Februar 2014: Aktuelle Messungen ergeben weiterhin leicht rückläufigen Verkehr in Bermatingen +++ Durchschnittlicher täglicher Verkehr derzeit bei 10.500 Fahrzeugen pro Tag +++ Nur ungefähr die Hälfte des von Modus Consult prognostizierten und auf 2014 interpolierten Verkehrs +++ Ortsumfahrung wegen seit 2005 rückläufigem offiziell gemessenem Verkehrsaufkommen von Jahr zu Jahr immer unsinniger +++ Finanzierung offener denn je +++ Frühestens 2015 neue Planauslegung +++

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Lärmentwicklung der OU PDF Drucken E-Mail
Ortsumfahrung Bermatingen

Aussage: "Die Lärmgrenzwerte durch die Ortsumfahrung werden für die gesamte Bermatinger und Ahauser Bevölkerung eingehalten. Lärmschutzmassnahmen sind deshalb nicht von Nöten".

Verwendet von: Modus Consult/André Frank (Projektleiter L205neu Regierungspräsidium Tübingen) am 17.03.2009 im Bürgersaal Ahausen bei der Vorstellung der Planungsunterlagen.

Rechtsgrundlage: Beim Neubau oder einer wesentlichen Änderung einer Straße oder eines Schienenweges gilt die Verkehrslärmschutzverordnung (16. BImSchV). Die 16. BImSchV setzt zum Schutz der Nachbarschaft vor „schädlichen Umwelteinwirkungen durch Verkehrsgeräusche“ Grenzwerte fest. Diese Grenzwerte sind politsch gewollt sehr hoch angesetzt. Niedrigere Grenzwerte dienen zwar der Gesundheit der Bürger, erschweren oder verhindern gar den Bau neuer Straßen und verteuern sie in jedem Fall sehr stark (Lärmschutzmassnahmen). Im Gegensatz zu den anderen Richtlinien zum Verkehrslärmschutz haben die betroffenen Bürger hier auch einen Rechtsanspruch auf Einhaltung der Grenzwerte. Der Straßenbaulastträger hat nur den Ermessensspielraum, auf welche Weise die Grenzwerte eingehalten werden. Es gilt aber der Grundsatz „aktiv vor passiv“. Das heißt, der Baulastträger ist verpflichtet, zunächst durch geeignete Trassenführung und Lärmschutzbauwerke am Verkehrsweg (Lärmschutzwände oder -wälle, Einhausungen) die Einhaltung der geforderten Grenzwerte anzustreben. Nur wenn die Kosten dieser Maßnahmen (bzw. Mehrkosten bei größerer Dimensionierung der Bauwerke) außer Verhältnis zum zusätzlichen Nutzen stehen (§ 41 Abs. 2 BImSchG), kommen passive Lärmschutzmaßnahmen an den zu schützenden Gebäuden selbst (Lärmschutzfenster, schallgedämmte Lüftungseinrichtungen) in Betracht. Können schützenswerte Außenbereiche durch Lärmschutzbauwerke nicht ausreichend geschützt werden, sind Entschädigungen in Geld zu leisten.

Die 16. BimSchV (Lärmschutzverordnung) vom 12.06. 1990 legt für NEUE Straßen in unterschiedliche Gebietsarten die Grenzwerte wie folgt fest:

(ACHTUNG: Die Grenzwerte für Lärmbelastungen gelten für neue Strassen oder wesentlichen Strassenänderungen! Für bestehende Strassen gilt in Kern- Dorf- und Mischgebieten der Wert 72/62 !!! Niemand in Bermatingen oder Ahausen soll sich Illusionen über bezahlte Lärmschutzmaßnahmen machen.)

 

               Gebietsart

     Grenzwerte der 16.     BImSchV(Tag/Nacht in db)

   
Gewerbegebiete               69 / 59
Kerngebiete               64 / 54
Dorf- und Mischgebiete               64 / 54
Besondere Wohngebiete               59 / 49 
Allgemeine Wohngebiete               59 / 49
Kleinsiedlungsgebiete               59 / 49
Reine Wohngebiete               59 / 49
Kurgebiete, Krankenhäuser, Altenheime, Schulen               57 / 47
Parkanlagen, Kleingartenanlagen                   -

 

Wahrheit: Im Fall der Ortsumfahrung Bermatingen rechnet Modus Consult mit ca. 12.900 KfZ/24h, welche die neue Straße mit Tempo 100km/h befahren werden.

Auch ohne die Abbrems- und Anfahrprozesse, welche wesentlich lauter sind als gleichmäßig fliessender Verkehr aber durch die unsinnigen Kreisverkehre auf der geplanten Trasse zehntausende Mal an Tag stattfinden werden, erzeugt eine im Mittel 1m über Geländeniveau verlaufende Kreisstraße mit einem Verkehrsaufkommen von 12.900 Kfz/24h und 100km/h Höchstgeschwindigkeit einen gemittelten Lärmpegel von 70.4db. In 300m Luftlinie (nächste Bebauung Ahausen "Am Käpele" bzw. Bermatingen "Am Sportplatz") weist die Straße alleine noch immer im Mittel 56.2 db auf, welche sich in Spitzen (Motorräder, Quads, Raser, Auspufftuning..) auf Werte weit über 60db erhöht. Zusätzlicher Lärm droht für Ahauser und Bermatinger mit Wohnsitz südlich der Bahnlinie auch durch die Zubringerfunktion der beide Gemeindeteile verbindenden Kreisstraße K7749. Auf beiden Straßen ist laut Modus Consult naturgemäß ein "Mehr" an Verkehr zu erwarten da die Umgehungsstraße über den Kreisverkehr ja auch bedient und abgeleitet werden muß. MC berechnet für diesen Verkehr 1db zusätzlich in Ahausen und +2 db in Bermatingen-Süd, was alleine schon die Werte unmittelbar an den Grenzwert herankommen lässt. Schwer zu berechnende Faktoren wie Reflexionen durch Bewaldung, die Hanglage Bermatingens oder der im westlichen Bodenseekreis vorherrschende Wind aus westlichen Richtungen, welche allesamt die Lärmbelastung namentlich für die Gemeinde Bermatingen in jedem Fall noch erhöhen, sind hierbei noch gar nicht berücksichtigt.     

Zu diesen ganzen Lärmwerten kommt noch das "Grund-" oder "Hintergundrauschen", welches immer um uns herum ist (Wind, Blätter, Verkehr, Kinder, Stimmen...) und was in Wohngebieten durchschnittlich alleine bereits ca. 50db (Richtwert für Wohnbebauung) beträgt. Da Dezibelwerte logarithmisch addiert werden, trägt dieser Beitrag nochmal gut 3db bei, was die mittlere Gesamtlärmbelastung in jedem Fall auf weit über 60db ansteigen lässt. Da 6 Dezibel physikalisch einer Verdopplung der Lautstärke entspricht, muß durch die geplante Umgehungsstraße für große Teil der Gemeinde zumindest mit einer Verdopplung des Lärmpegels gegenüber dem heutigen Zustand gerechnet werden.

Neben der Belästigung und der Minderung der Wohn- und Lebensqualität, hat Lärm auch gravierenden Einfluß auf unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit. So führt nächtlicher Lärm bereits bei Einzelpegeln von unter 45 dB(A) zu Gesundheitsgefährdungen, wenn sich die Einzelpegel um mehr als 3 dB vom Geräuschhintergrund unterscheiden. Bereits bei einem Schalldruckpegel ab 55 dB(A) werden Geräusche vermehrt als Lärmbelästigung empfunden. Halten diese über einen längeren Zeitraum an, werden die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden verringert. Schon Geräusche von 65 bis 75 dB(A) bewirken im Körper Stress. Dieser kann zu arterieller Hypertonie (hohem Blutdruck), Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Myokardinfarkt (Herzinfarkt) führen. Lärm kann auch für eine Verminderung der Magensekretbildung sorgen und Ursache von Magengeschwüren sein.

Auch in die Immobilenbewertung hat der immer wichtigere Faktor Lärm mittlerweile Einzug gehalten. Eine Zunahme von 1db Lärm führt heute zu einer Minderung des Verkehrswerts von Immobilien um 1-1,5% (Quelle: Guski, Lärm-Wirkungen unerwünschter Geräusche, Bern 1987, S. 83 ff). Bei einer zu erwartenden Lärmzunahme von wenigstens 6db erfahren größere Teile der Bermatinger und Ahauser Bevölkerung einen Wertverlust Ihres Hauses/Ihrer Wohnung um bis zu 10% ! Nahe der Trasse liegende Immobilien dürften wohl zukünftig nurmehr schwer verkäuflich sein.

Fazit: Ob selbst die hohen gesetzlichen Grenzwerte der Verkehrslärmschutzverordnung durch die derzeitige Planung wirklich eingehalten werden können ist mehr als fraglich. Bereits sicher ist dagegen, daß der größere Teil der Gemeinde massiv mehr belastet wird und sich zumindest auf eine Verdoppelung des gegenwärtigen Lärmpegels einstellen muß.