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+++ Februar 2014: Aktuelle Messungen ergeben weiterhin leicht rückläufigen Verkehr in Bermatingen +++ Durchschnittlicher täglicher Verkehr derzeit bei 10.500 Fahrzeugen pro Tag +++ Nur ungefähr die Hälfte des von Modus Consult prognostizierten und auf 2014 interpolierten Verkehrs +++ Ortsumfahrung wegen seit 2005 rückläufigem offiziell gemessenem Verkehrsaufkommen von Jahr zu Jahr immer unsinniger +++ Finanzierung offener denn je +++ Frühestens 2015 neue Planauslegung +++

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Ortsumfahrung Bermatingen

Aussage: "Die Ortsumfahrung Bermatingen sorgt nach ihrer Fertigsstellung für eine Reduzierung des Verkehrs innerorts um 73 Prozent".

Verwendet von:  Modus Consult/André Frank (Projektleiter L205neu Regierungspräsidium Tübingen) am 17.03.2009 im Bürgersaal Ahausen bei der Vorstellung der Planungsunterlagen.

 

Bild aus der öffentlichen Gemeinderatssitzung vom 17.03.2009 (E.Mahler)

Bewertung:  Kompletter Unsinn !!

Der gesunde Menschenverstand, ein paar simple Überlegungen und das kleine 1x1 enttarnen diese Aussage als völlig abwegig.

Wer soll denn die neue Trasse mit Vorteil nutzen? 

Wer aus dem Salemer Raum oder aus Bermatingen kommend nach Markdorf oder in Richtung Ravensburg (B33 östlich) oder Meersburg (B33 westlich) fährt, wird die neue Straße auf keinen Fall benutzen da sie für ihn einen Umweg darstellt und er auf dem bereits vorhandenen Straßennetz schneller und kürzer an Ziel kommt. Für die Fahrt Richtung Ravensburg steht er außerdem dann am künftigen Kreisverkehr bei der Fa.Wagner und kommt erst gar nicht auf die B33 da die Ortsumfahrung Markdorf ja nur eine halbe ist. Gleiches gilt natürlich auch für die andere Fahrtrichtung (aus Markdorf/Meersburg/Ravensburg in Richtung Salem). Der aus Richtung Ravensburg kommende müsste ja erst durch Markdorf durch, um am Haslacher Hof überhaupt erst auf die L205neu zu stossen.

Vorteile hat u.U. lediglich der, der aus Salem kommend wirklich nach Friedrichshafen möchte (oder umgekehrt). Er spart sich die Ortsdurchfahrt Markdorf und damit sicher die in oder andere Minute Fahrzeit. Aber bereits der Bermatinger wird für seinen Weg nach FN wohl kaum erst beinahe bis Ahausen fahren um dann in die neue Straße einzubiegen.In dieser Zeit ist er fast schon in Markdorf und spart sich Zeit und Wegstrecke.

Insgesamt stellt die Ortsumfahrung lediglich für wenige Prozent aller Verkehrsteilnehmer eine echte Verbesserung dar, und zwar für die, deren Fahrtroute aus dem Salemer Raum in Richtung FN (oder umgekehrt) führt. Lediglich dieser Teil des Gesamtverkehrs lässt sich (abzüglich derer, die sich vielleicht bei der Metzgerei Kutter noch ihr Vesperbrot für die Arbeit holen oder bei der Bermatinger Tankstelle ihren Wagen tanken) auf die Umfahrung bringen. Aber das sind bei weitem nicht 73%.

Lt. den Planfeststellungsunterlagen der OU Bermatingen , "Analyse Nullfall 2005", kann für Bermatingen/Ahausen von einem Ziel-/Quellverkehr von 36% und einem Binnenverkehr (Fahrtstrecke <5km) von 13% aller Fahrzeuge ausgegangen werden. Dieser Verkehr lässt sich nun mal nicht auf die neue Ortsumfahrung verlegen.  Die Größenordnung des verlagerbaren Verkehrs darf also grob mit ca. 40% angenommen werden, was für die Bermatinger Bürger nahe der Wahrnehmungsschwelle liegt und in keinem Fall den Bau einer Ortsumfahrung rechtfertigt.  

Fazit:  Ein klassicher Fall von wirklich dreister Bauernfängerei.
 
Der politische Wille des Regierunspräsidiums (Auftrag-und Geldgeber) diktiert hier offensichtlich die Ergebnisse des Planungsbüros Media Consult (Auftragnehmer und Honorarempfänger und nicht zum ersten mal williger, ausführender Arm des RP., man will ja auch weiterhin Aufträge haben). Hier sollen die Bermatinger Bürger für die Ortsumfahrung gewonnen werden, was ja leider geklappt hat. Die Enttäuschung wird später umso größer sein. Die Straße und der sie gerne nutzende Transit- und Schwerlastverkehr werden uns aber für immer bleiben.